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Amphibien

Die Saison 2021:

Für unsere Schutzmaßnahmen im Landkreis TÖL suchen wir noch Helfer, die uns beim abendlichen Kontrollgang begleiten (März, April). Dabei gehen Sie einmal wöchentlich zu zweit mit Lampe und Eimer am Amphibienzaun entlang, sammeln die Tiere hinter dem Zaun in den Eimer und lassen sie auf der anderen Straßenseite wieder frei.

Sie werden vor Ort in Ihre Aufgabe eingewiesen; die Ausrüstung wird gestellt.

Haben Sie Lust dazu?

Rufen Sie uns an (08171-26571) oder schreiben Sie uns (bad-toelz(at)bund-naturschutz.de).



Achtung Autofahrer – Amphibien gehen auf Wanderschaft

Ende Februar /Anfang März ist es wieder soweit! Sobald die kühlen Nachttemperaturen wieder über 5 Grad am Boden steigen und Regen einsetzt, dürfte die alljährliche Frühjahrswanderung der paarungsbereiten Frösche, Kröten und Molche aus den Winterverstecken zu ihren Laichgewässern voll losgehen. Sie geraten in Lebensgefahr, wenn sie dabei Straßen überqueren müssen. Im Landkreis werden deshalb auch dieses Jahr wieder mobile Schutzzäune entlang solcher Straßen aufgebaut. Hier werden die Tiere über einige  Wochen von ehrenamtlichen Helfern des Bund Naturschutz mit Eimern eingesammelt und über die Straße gebracht, damit sie ihr Laichgewässer sicher erreichen. Nicht nur Amphibien, sondern auch Menschen sind deshalb auf den Straßen unterwegs.

Der BN appelliert ganz dringend an die Autofahrer, Rücksicht zu nehmen, nicht nur auf die Amphibien, sondern auch auf die Helfer am Straßenrand, die mit Leuchtwesten, Lampen und Armblinkern ausgerüstet sind. Vor allem in regnerischen Abend- aber auch in Morgenstunden bei milderen Temperaturen werden die Autofahrer gebeten, besonders aufmerksam und vorsichtig zu fahren und die Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. Blinklampen und/oder Warnschilder mit Froschsymbol sowie örtlich Tempolimits weisen auf die Sammelgebiete hin. Langsam fahren sollten Autofahrer aber auch ohne Warnhinweise, wenn sie auf Straßen fahren, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen.

Die wichtigsten Amphibienwanderstrecken im Landkreis mit Betreuung sind: Gut Meilenberg bei Dorfen (hier ist die Meilenberger Straße nachts für den Durchgangsverkehr gesperrt), Bergkramerhof, Ascholding, Harmatinger Weiher, Schwaigwall, Haidach, Achmühle, Beuerberg, Sachsenkam, Seestaller Weiher, Stallauer Weiher, Kochel,  Lenggries-Hohenburg sowie das vom Landesbund für Vogelschutz betreute Gebiet Moosham.

Bei Fragen rund um die Amphibienwanderung oder wer noch beim Sammeln helfen möchte, bitte in der BN-Geschäftsstelle melden, Telefon 08171-26571 oder per E-Mail: bad-toelz@bund-naturschutz.de.


Corona Virus- Betreuung der Amphibienzäune (Stand: 28. 01. 21)

Trotz Corona-Krise und Ausgangsbeschränkungen kann der gemeinsame Aufbau und die Betreuung von Amphibienschutzzäunen, das Einsammeln von Amphibien und der anschließende Zaunabbau an (fast) allen Wanderwegen weiter betrieben und abgeschlossen werden.

Amphibienaktionen zulässig

Der Aufbau und die tägliche Kontrolle der Amphibienzäune ist laut einer Auskunft der Bayerischen Staatsregierung gemäß der elften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15. Dezember 2020 grundsätzlich möglich. Zwei oder mehr Personen dürfen nur dann gemeinsam tätig werden, wenn es sich entweder (a) nur um Angehörigen des eigenen Hausstandes und maximal einer weiteren Person handelt oder, (b) die Kontaktbeschränkungen des § 4 der Verordnung eingehalten werden, d.h. ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird oder Schutzmasken getragen werden. Dies gilt auch für die Anfahrt, die getrennt erfolgen sollte.

Hier ein Auszug aus dem Rundschreiben, dass vom Bayerischen Umweltministerium in Abstimmung mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium auf unsere Anfrage hin dazu versandt wurde: „Ehrenamtliche Tätigkeiten können (…) einen ungeschriebenen triftigen Grund [für das Verlassen der Wohnung, Anmerkung Uwe Friedel] iSd. § 2 S. 1 der 11. BayIfSMV darstellen, wenn andernfalls nicht revisible Schäden für wichtige Rechtsgüter drohen. Dies umfasst auch nicht revisible Schäden an Naturgütern. Die Durchführung von Amphibienschutzmaßnahmen auch im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten kann hier als triftiger Grund angesehen werden, soweit diese mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt sind, da davon auszugehen ist, dass andernfalls der Tod zahlreicher Amphibien droht.

Es gelten aber auch hier die Kontaktbeschränkungen des § 4, d.h. dass ein Zusammenarbeiten nur dann zulässig ist, wenn dabei ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird oder Schutzmasken getragen werden. Ein Zusammenarbeiten ohne Einhaltung des Mindestabstands bzw. ohne Schutzmasken ist nur zusammen mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und maximal einer weiteren Person zulässig. Dies gilt auch für die Anfahrt, die getrennt erfolgen sollte.“

Die 15-Kilometer-Regel bei erhöhter Inzident nach §25 (1) ist für die Amphibienzaunbetreuung ohne Belang, da es sich dabei nicht um touristische Tagesausflüge handelt.

Landesweit ist (nach §3 der bayrer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung) aktuell der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung von 21 Uhr bis 5 Uhr untersagt. Bei Fortbestand dieser Regelung über den 14. Februar hinaus werden die zuständigen Behörden beraten ob und unter welchen jeweils im Einzelfall nachzuweisenden Voraussetzungen die nächtliche Kontrolle der Amphibienzäune als Ausnahmegrund für das Verlassen der Wohnung bewertet werden kann. Wir stehen hierzu mit dem bayer. Umweltministerium in Kontakt und informieren Sie zeitnah über die Entwicklungen, u.a. über unsere Internetseite: https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/amphibien-retter-werden.


Weitere Informationen zu Amphibien

Weltweit wird ein Rückgang der Amphibien beobachtet. Grund ist der Verlust ihrer natürlichen Lebensräume, vor allem durch Land- und Forstwirtschaft, Straßenverkehr, Bautätigkeit.

In Bayern leben 19 Amphibienarten. Mehr darüber

In unserem Landkreis finden wir hauptsächlich Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche, vereinzelt auch Springfrösche, Teichfrösche, Teichmolche und Kammmolche.

Von diesen sieben Arten sind fünf mehr oder weniger stark gefährdet. (Rote Liste Bayern).
Stark gefährdet:            Kammmolch, Laubfrosch
Gefährdet:                     Springfrosch
Vorwarnliste:                 Grasfrosch, Teichmolch

Daher ist der Amphibienschutz seit 1992 ein Arbeitsschwerpunkt unserer Kreisgruppe.
Wo die Amphibien im zeitigen Frühjahr auf ihrer Wanderung von ihrem Winterquartier zu ihrem Laichgewässer Straßen queren müssen, sammeln wir die Tiere hinter den "Krötenzäunen" auf und bringen sie über die Straße.

Weitere Infos:
Lebensweise und Artenbestimmung